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Bis 1514 wurden Schnitzel mit echtem Gold „paniert".
Die Vorläufer des panierten Schnitzels lassen sich bis
in das neunte Jahrhundert n. Chr. zurückverfolgen. An
der Tafel des oströmischen Kaisers Basileus in Byzanz
wurden besonders wertvolle Fleischstücke mit Blattgold
überzogen. Auf diese Weise reichte man dem Kaiser zur
Ehrerbietung "goldenes Fleisch". Später übernahmen
Adelige und Reiche diese Prunkgeste, bis sie schließlich
1514 verboten wurde.
Weil Gold jedoch schon immer teuer und begehrt war, haben
findige Bürger das Blattgold durch eine goldgelbe Hülle
aus Semmelbröseln ersetzt.
Die Araber brachten das Schnitzel nach Italien. Dieser Brauch
verbreitete sich schnell durch byzantinische Juden, arabische
Händler und andere Kulturträger nach Nordafrika,
Südeuropa, und langsam weiter bis in den Norden. Besonders
im reichen Mailand zeugte diese Art der Speisenzubereitung
vom hohen Ansehen der Gastgeber.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese Mailänder
Spezialität, das "Cotoletta Milanese" nach
Wien gebracht, angeblich vom legendären Feldherrn und
Feinschmecker Radetzky. Dort avancierte es schnell zum festen
Bestandteil der bäuerlichen Hochzeitsküche.
Interessanterweise wurde das panierte Schnitzel in Österreich
zunächst als Zwischenmahlzeit und als Mitternachtsspeise
populär. Erst nach 1900 tauchte der Begriff "Wiener
Schnitzel" erstmals in der Kochliteratur auf.
Vom slowakischen Militär stammt die Methode, das Schnitzel
schön dünn auseinander zu klopfen. Weil Fleisch
dort Mangelware war, wurde es möglichst breit und dünn
geklopft, damit jeder Soldat wenigstens ein Stückchen
abbekommen sollte.
Was macht die Zitrone auf dem Schnitzel?
Auch die Sitte, einen Zitronenschnitz auf das Schnitzel zu
legen, stammt aus dieser entbehrungsreichen Zeit. Da man damals
noch keine Kühlschränke kannte, half die Zitrone,
den Geschmack von ranzigem Fett und leicht verdorbenem Fleisch
zu überdecken. Später blieb dieser Brauch erhalten,
weil der frische Zitronensaft das Backfett bekömmlicher
und leichter verdaulich macht und weil es gut schmeckt!
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